Grammatik im Kontext18. Oktober 2026Von Hien Nguyen

Konnektoren B2: Liste, Beispiele und Wortstellung

Konnektoren B2 nach Bedeutung geordnet: Konjunktion, Adverb und Präposition im Vergleich, mit Wortstellung und Beispielsätzen.

Konnektoren verbinden Sätze und zeigen die Beziehung zwischen ihnen: kausal, konzessiv, konditional und mehr. Hier findest du die B2-Liste nach Bedeutung, sortiert nach Konjunktion, Konjunktionaladverb und Präposition, und die Wortstellung, die zu jeder Wortart gehört.

Das Wichtigste in Kürze - Jede Beziehung (kausal, konzessiv, konditional und so weiter) lässt sich mit drei Wortarten ausdrücken: einer Konjunktion, einem Konjunktionaladverb oder einer Präposition mit Nomen. - Jede Wortart verändert die Wortstellung anders: Konjunktion schickt das Verb ans Satzende, Konjunktionaladverb zieht das Verb direkt zu sich, Präposition braucht nur den richtigen Kasus. - Vor unterordnenden Konjunktionen wie "weil" und "obwohl" steht immer ein Komma. Nach einem Konjunktionaladverb am Satzanfang wie "deshalb" steht dagegen kein Komma vor dem Verb, anders als im Englischen nach "therefore". - Für B2 reicht es, pro Beziehung mindestens einen Konnektor aus jeder Wortart sicher zu beherrschen, statt "weil" und "aber" in jedem zweiten Satz zu wiederholen.

Was ist ein Konnektor?

Ein Konnektor ist ein Wort oder eine Wortgruppe, die zwei Sätze oder Satzteile logisch verbindet, zum Beispiel kausal, konzessiv oder konditional. Der Duden definiert die Konjunktion, die wichtigste Untergruppe der Konnektoren, als "Wort, das Sätze, Haupt- und Gliedsatz oder Satzglieder verbindet", mit "und" und "obwohl" als Beispielen. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) beschreibt Konnektor etwas weiter als "für den Textzusammenhang wichtiges Verknüpfungselement": Konnektoren sorgen also nicht nur innerhalb eines Satzes, sondern über den ganzen Text hinweg für Zusammenhang.

Die Besonderheit im Deutschen: Dieselbe Bedeutung kannst du mit drei verschiedenen Wortarten ausdrücken, und jede Wortart verlangt eine andere Satzstellung. Genau diese drei Wortarten lernst du im nächsten Abschnitt kennen, danach kommt die vollständige Liste nach Bedeutung.

Die drei Wortarten und ihre Wortstellung

Bevor du die Liste nach Bedeutung liest, lohnt sich ein Blick auf die Form. Die drei Wortarten verbinden Sätze auf unterschiedliche Weise, und jede bringt eine eigene Wortstellung mit.

WortartWo steht das Verb?Beispiel
Konjunktion (unterordnend): weil, obwohl, wennIm Nebensatz ganz am EndeIch bin müde, weil ich schlecht geschlafen habe.
Konjunktionaladverb: deshalb, trotzdem, dannDirekt nach dem Adverb, vor dem Subjekt im HauptsatzIch habe schlecht geschlafen. Deshalb bin ich müde.
Präposition + Nomen: wegen, trotz, beiVerb bleibt an normaler Stelle, das Nomen braucht den richtigen KasusWegen meines schlechten Schlafs bin ich müde.

Die unterordnende Konjunktion macht aus dem zweiten Satz einen Nebensatz, deshalb wandert das Verb ans Ende. Das Konjunktionaladverb steht dagegen in einem eigenen Hauptsatz, und direkt danach folgt das Verb, nicht erst das Subjekt. Die Präposition braucht gar keinen zweiten Satz, sondern verkürzt die Aussage zu einem Nomen mit dem passenden Kasus, meist Genitiv oder Dativ.

Dieselbe Wortstellungsregel gilt für jede Bedeutung in der Liste unten. Wenn du dir diese drei Zeilen einmal fest einprägst, musst du sie bei jedem neuen Konnektor nicht neu lernen, nur die Bedeutung dazulegen.

Konnektoren nach Bedeutung: die B2-Liste

Jede Beziehung unten zeigt dieselben drei Wortarten nebeneinander, damit du siehst, wie Konjunktion, Adverb und Präposition dieselbe Bedeutung ausdrücken, nur mit anderer Wortstellung.

Kausal: Grund und Ursache

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
weil, dadeshalb, daher, deswegenwegen + Genitiv (gesprochen oft + Dativ)

Beispiel: Der Flug fällt aus, weil ein Sturm aufzieht. Ein Sturm zieht auf. Deshalb fällt der Flug aus. Wegen eines Sturms fällt der Flug aus.

Konzessiv: Gegengrund

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
obwohl, obgleichtrotzdem, dennochtrotz + Genitiv (gesprochen oft + Dativ)

Beispiel: Sie geht joggen, obwohl es regnet. Es regnet. Trotzdem geht sie joggen. Trotz des Regens geht sie joggen.

Konditional: Bedingung

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
wenn, fallsdann, sonstbei + Dativ, im Falle von + Dativ

Beispiel: Wenn du früh buchst, sparst du Geld. Buch früh, dann sparst du Geld. Bei früher Buchung sparst du Geld.

Konsekutiv: Folge

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
sodassalso, folglichinfolge + Genitiv

Beispiel: Die Nachfrage stieg, sodass die Firma mehr Personal einstellte. Die Nachfrage stieg. Also stellte die Firma mehr Personal ein. Infolge der gestiegenen Nachfrage stellte die Firma mehr Personal ein.

Final: Zweck und Absicht

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
damitdazu, zu diesem Zweckzu + Dativ, zum Zweck + Genitiv

Beispiel: Sie lernt jeden Tag Vokabeln, damit sie die Prüfung schafft. Sie will die Prüfung schaffen. Dazu lernt sie jeden Tag Vokabeln. Zum Zweck der Prüfungsvorbereitung lernt sie jeden Tag Vokabeln.

Additiv: Aufzählung und Ergänzung

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
und, sowieaußerdem, zudemneben + Dativ

Beispiel: Sie arbeitet und studiert gleichzeitig. Sie arbeitet. Außerdem studiert sie. Neben der Arbeit studiert sie.

Adversativ: Gegensatz

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
aber, während (Kontrast-Lesart)jedoch, allerdingsim Gegensatz zu + Dativ

Beispiel: Er mag Kaffee, während sie lieber Tee trinkt. Er mag Kaffee. Sie trinkt jedoch lieber Tee. Im Gegensatz zu ihm trinkt sie lieber Tee.

Temporal: Zeitliche Abfolge

KonjunktionKonjunktionaladverbPräposition + Nomen
nachdem, bevordanach, vorhernach, vor + Dativ

Beispiel: Nachdem sie gegessen hatte, räumte sie die Küche auf. Sie hatte gegessen. Danach räumte sie die Küche auf. Nach dem Essen räumte sie die Küche auf.

Du musst nicht alle drei Wortarten für jede Beziehung aktiv beherrschen. Fang mit einer Konjunktion und einem Konjunktionaladverb pro Zeile an, zum Beispiel weil und deshalb, obwohl und trotzdem, wenn und dann. Die Präposition kommt fast immer zuletzt, weil sie den formelleren, kompakteren Stil braucht.

Komma bei Konnektoren: die kurze Regel

Drei Regeln reichen für fast jeden Fall.

  1. Vor unterordnenden Konjunktionen wie weil, obwohl, wenn, dass und damit steht immer ein Komma, weil sie einen Nebensatz einleiten: Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.
  2. Vor den nebenordnenden Konjunktionen aber, denn, sondern und doch steht immer ein Komma. Vor und und oder ist das Komma optional, wenn zwei vollständige Hauptsätze verbunden werden.
  3. Nach einem Konjunktionaladverb am Satzanfang wie deshalb, trotzdem oder außerdem folgt direkt das Verb, kein Komma dazwischen: Deshalb bleibe ich zu Hause, nicht Deshalb, bleibe ich zu Hause.

Regel 3 ist die häufigste Fehlerquelle für Englischsprachige. Im Englischen steht nach "Therefore," oder "However," ein Komma vor dem Subjekt. Im Deutschen nicht: Nach dem Konjunktionaladverb kommt sofort das Verb.

Konnektoren auf Englisch: die Brücke

Wenn du Englisch sprichst, kennst du die Bedeutungen schon, nur die Wortstellung ist neu. Diese Tabelle zeigt dir die Brücke von der deutschen Beziehung zum englischen Konnektor, den du schon kennst.

BeziehungDeutscher KonnektorEnglisches Äquivalent
Kausalweil, deshalbbecause, so, therefore
Konzessivobwohl, trotzdemalthough, still, nevertheless
Konditionalwenn, fallsif, in case
Konsekutivsodass, alsoso that, thus
Finaldamitso that, in order that
Additivaußerdem, zudembesides, in addition
Adversativwährend, jedochwhereas, however
Temporalnachdem, bevorafter, before

Die Bedeutungen passen fast immer gut zusammen. Die Wortstellung nicht: Im Englischen ändert ein Konnektor die Satzstellung kaum, im Deutschen bestimmt er, ob das Verb am Ende, direkt nach dem Adverb oder an normaler Stelle steht. Genau diese Wortstellung ist der Teil, den du neu lernen musst, nicht die Bedeutung.

Konnektoren im Satz: ein B2-Beispieltext

So liest sich ein kurzer, zusammenhängender Text, der mehrere Beziehungen aus der Liste mischt. Die Konnektoren sind fett markiert.

Viele Lernende geben nach ein paar Monaten auf, obwohl sie am Anfang viel Motivation hatten. Der Grund ist oft, dass sie zu viele neue Wörter auf einmal lernen wollen. Deshalb bleibt am Ende kaum etwas im Gedächtnis. Wenn du dagegen jeden Tag nur fünf bis zehn Wörter in Sätzen übst, sodass sie wirklich sitzen, merkst du dir deutlich mehr. Außerdem hilft es, Wörter mit ihrer Wortfamilie zu lernen statt einzeln.

In diesem Text siehst du eine Konjunktion (obwohl, dass, wenn, sodass) und ein Konjunktionaladverb (deshalb, außerdem) nebeneinander, in einem ganz normalen Erklärtext. Genau so, gemischt und nicht gehäuft, wirken Konnektoren in einer B2-Prüfung am natürlichsten.

Feste Satzmuster mit Konnektoren helfen dir, solche Sätze schneller zu bilden, ohne jedes Mal neu über die Wortstellung nachzudenken. Mehr dazu findest du im Artikel Satzmuster statt Regeln. Für die B2-Prüfung selbst lohnt sich außerdem ein Blick auf feste Redemittel für die B2-Prüfung, die oft schon einen passenden Konnektor enthalten. Und wenn du wissen willst, was einen B2-Wortschatz von einem B1-Wortschatz überhaupt unterscheidet, hilft dir der Vergleich von B1- und B2-Wortschatz. Ein anderes Thema, bei dem ein einzelnes Wort die Satzstellung verändert, sind die trennbaren und untrennbaren Verben, zum Beispiel wenn das Präfix bei "ankommen" ans Satzende wandert.

Wenn du ein Wort in Worio speicherst, siehst du einen Beispielsatz und die Wortfamilie dazu, sodass du Konnektoren direkt im Kontext übst statt isoliert aus einer Liste.

Lerne Konnektoren mit Beispielsätzen aus deinen eigenen Wörtern

Häufige Fragen

Beide verbinden Sätze mit derselben Bedeutung, ändern aber die Wortstellung unterschiedlich. Nach einer Konjunktion wie weil steht das Verb am Ende des Nebensatzes. Nach einem Konjunktionaladverb wie deshalb steht das Verb direkt danach, noch vor dem Subjekt.

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